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Zum Text
Die einzelnen Ereignisse und Biographien dieser Chronik sind unterschiedlich
genau dargestellt, weil ich im Rahmen meiner Recherchen für
das Theaterstück Kennedy. Macht. Sex.
primär die Hintergründe für Präsident Kennedys
Ermordung verstehen wollte. Ich habe jedoch auch andere wichtige
Ereignisse und spätere Entwicklungen (vor allem die Präsidentschaften
von Nixon und Bush sen. und jun.) in diese Chronik miteinbezogen.
Der Text, eine komprimierte Zusammenstellung von Fakten, Personen
und ihren Verbindungen, ist in 15 Abschnitte unterteilt.
Methodologische Grundsätze
Staaten und Institutionen sind soziale Konstrukte. Wörter
wie "Regierung", "CIA" oder "Mafia"
verweisen auf kollektive Illusionen, die für die Koordination
menschlichen Verhaltens handlungsrelevant sind. Die Konstruktionen
in den Köpfen werden durch Handlungen zu Fakten (Faktum = Gemachtes).
Wir haben keine andere Wahl, als am Selbstverständnis der Akteure
anzusetzen und diese Konstruktionen ebenfalls zu verwenden, um das
Funktionieren von Politik, Gesellschaft oder Wirtschaft rekonstruieren
zu können. Die begrifflichen Traditionen erleichtern die historische
Analyse, beinhalten aber die Gefahr der alltagstheoretischen Selbstverständlichkeit.
Denn "Staatsschutz", "nationale Sicherheitsinteressen"
oder "Gesetze" sind im Wesentlichen Legitimationsformeln,
um bestehende Macht- und Herrschaftsverhältnisse aufrecht zu
erhalten.
Da die Geheimdienste und die Mafia keine schriftlichen Quellen hinterlassen
oder diese meist nur ungenügend zugänglich sind, bleibt
die Historiographie ihrer Aktivitäten und Wirkungen ein delikates
Unterfangen. Die mangelnden 'Beweise' müssen durch mehrschichtige
Rekonstruktionen, systematische Vergleiche und detailierte Fallanalysen
kompensiert werden, entsprechend der kriminalpolizeilichen Doktrin
Ciceros: "Cui bono?"
Trotzdem bleiben Rekonstruktionen wie diese Chronik anfällig
für die Diffamierung als "Verschwörungstheorien."
Jede Theorie und jede Geschichtsschreibung muss die Komplexität
der Ereignisse und Zusammenhänge auf die wichtigen Faktoren
reduzieren und mit Generalisierungen arbeiten. Es gibt keine Person
oder politische Gruppe, die die Welt beherrschen könnte, sondern
nur unzählige Akteure, die jedoch gruppenspezifische Interessen
verfolgen. Von ihren Überzeugungen und Intentionen muss jede
historische Analyse ausgehen und diese in Bezug auf die Kontexte
rekonstruieren, indem sie nach den Möglichkeiten, Bedingungen
und Effekte der Handlungsfelder fragt. Politik ist das Feld der
institutionalisierten Machtkämpfe, bei dem die inoffiziellen
Kampfmittel nicht ausgeblendet werden dürfen.
Politische Einschätzungen
Die politische Struktur der der USA lässt sich am besten als
Faschismus charakterisieren, weil die Grosskonzerne, die Geheimdienste,
die Armee, die beiden Parteien und kriminelle Organisationen personell
und institutionell eng miteinander verflochten sind und sich die
Macht teilen. Demokratische Entscheidungen gibt es in den USA noch
weitgehend auf der lokalen Ebene, während die Einzelstaaten
und die Bundesregierung von einem plutokratischen Filz korporativer
Eliten beherrscht werden. Die Verflechtungen von Industrie, Militär,
Polizei, Medien, Regierung, Mafia und der Geheimdienste lassen 'die
Demokratie' zu einer Fassade verkommen. Dies funktioniert in den
USA besonders gut, weil die grosse Mehrheit der Amerikaner über
ein geringes politisches Bewusstsein verfügt, das mit einer
starken Religiosität gekoppelt ist und deshalb sehr einfach
manipuliert und kontrolliert werden kann. Kein anderes westliches
Land definiert sich so stark über den Verweis auf Gott und
glaubt, dessen Werk im auserwählten Land zu verwirklichen.
Deshalb ist die Religiosität gekoppelt mit einem Patriotismus,
der mit dem Mythos der Gründerväter und einer 'sakralen'
Verfassung identifiziert wird und immer noch als Primärtugend
gilt, eine Tragödie. Die Verehrung der Flagge bleibt ebenso
unhinterfragt wie die Verdrängung die Geschichte der Verklavung
der Afroamerikaner und der Genozid der Ureinwohner (es gibt in Washington
D.C. ein Holocaust-Denkmal, aber keines für Sklaven).
Ebenso unbekannt bleibt meist die Bedeutung der 'underground'-Organisationen.
Geheimdienste sind Manipulations- und Unterdrückungsapparate,
die jeder Idee von Demokratie widersprechen, da sie weitgehend unkontrolliert
und unter Ausschluss von Öffentlichkeit arbeiten. Aufgrund
der Möglichkeiten zur Mittelbeschaffung und -anwendung in einem
rechtsfreien Raum ist das Kriminalitäts- und Gewaltpotenzial
der Geheimdienste zwangsläufig hoch, und die Assoziation mit
(anderen) kriminellen Organisationen naheliegend. Geheimdienste
und Mafiaorganisationen sind die grössten Bedrohungen eines
friedlichen und vernünftigen Zusammenlebens der Menschen, sowohl
auf regionaler wie globaler Ebene. Der wirksamste Schutz der Bürger
vor den klandestinen Organisationen ist die Veröffentlichung
der Geheimnisse und die Einforderung demokratischer Kontrollen.
Nicht nur auf politischer, sondern auch auch wirtschaftlicher Ebene.
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